AMSC Leonberg e.V.
Allgemeiner Motorradsportclub eV

 

 

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Oldie-Wochenende 2018   Berichte von Ausfahrten

Veteranenausfahrt des AMSC Leonberg vom 21. September bis 23. September nach Oberhomberg/Deggenhausertal

 Der ewig währende Sommer 2018 hatte sich genau am Wochenende der 20sten Veteranenausfahrt des AMSC Leonberg entschlossen, einer kleinen Tiefdruckrinne Raum zu gewähren. Die Anfahrt am Freitag, für 18 Teilnehmerinnen und Teilnehmer war deshalb ein Wettrennen mit dunklen Regenwolken, das von den meisten auf der Fahrt zum Ausgangspunkt des Wochenendes, in Oberhomberg, oberhalb des Bodensees unter dem Höchsten, gewonnen wurde.

Veteranenausfahrt, organisiert von Thomas und Gudrun Schmid, garantiert schöne Strecken, Damenprogramm und mindestens einen kulturellen Höhepunkt. Der Begriff „Veteranenausfahrt“ stand allerdings in diesem Jahr nicht wirklich für alte Motorräder. Nur 3 der 12 teilnehmenden Fahrzeuge war älter als 30 Jahre.

Ganz anders die Teilnehmenden: Die Zahl der Grauweißen, mit und ohne nennenswerter Kopfbehaarung, überwiegen. Diese demografische Tatsache wurde natürlich durch die Frauen, ob selbstfahrend, mitfahrend oder damenprogrammteilnehmend, komplett neutralisiert.

Nach gutem Essen in lockerer Atmosphäre des Landgasthofs Linde am Freitagabend und nächtlichem Regen, geht die Gruppe auf die von Thomas Schmid ausgetüftelte Tour. Vorneweg der Organisator auf seiner 1978 gebauten Yamaha mit gleichaltrigem Tankrucksack. Dieser Tankrucksack hat die durch jahrelange Nutzung erworbene Eigenschaft, sich bei voller Fahrt schlagartig und vollständig entleeren zu können. Der Fahrer bekommt nichts davon mit. Der schaut Kilometer später ungläubig auf das leere Kartenfach, um sich dann zu entschließen, auf Umkehr und Aufsammeln dutzender Blätter und der Straßenkarte im Straßenbegleitgrün zu verzichten und die Strecke fortan aus dem Gedächtnis zu finden.

Hinter Thomas hat sich Edi mit seiner BMW der ersten Vierventil-Generation eingereiht. Danach Petra und Thomas Rieg, auf ihrer ebenfalls 1978 montierten 800 BMW im Originalzustand mit zeitgenössischem Zubehör und zeitgenössischer Sitzposition. Dann kommt Heinrich Korn auf der von Inkontinenz geheilten BMW R 80 St aus dem Jahr 1983. Dahinter dann neue und ganz neue BMWs mit elektronischen Fahrhilfen, Navis, LED Licht und weiterer Technik, die wahrscheinlich kurz vor der Schwelle des autonomen Motorradfahrens steht.  Die Kette der BMWs wird nur durch die Guzzi von Frank Schleicher unterbrochen. Aber auch die Italiener bemühen sich moderne Motorräder zu bauen. Das sieht man schon am Scheinwerfer, der hinter einem klassisch anmutenden runden Glas zwei oder drei verschiedene Leuchteinheiten erkennen lässt.

Die Fahrt geht durch das hügelige Hinterland des Bodensees ins Donautal und weiter ins Hegau. Unglaublich, wie vielfältig die Landschaften in Baden-Württemberg sind. Die mächtigen Kalkfelsen bei Beuron und die Vulkane im Hegau sind einzigartig. Kulturelles Highlight war der Besuch des Museums Art and Cars in Singen. Am Fuße des Hohentwiels liegt das neu gebaute Museum. Der Kurator erzählt uns die Geschichte des Museums, erläutert die spezielle Architektur und spricht über die aktuelle Ausstellung „Starke Frauen“. Fahrzeuge, Bilder und Plakate erzählen die Geschichte von Frauen in Kombination mit Autos. Den Anfang macht Clärenore Stinnes, die in den Jahren 1927 bis 1929 mit zwei Fahrzeugen der Marke Adler die Welt umrundete. Dann stellt der Kurator ein „Frauenauto“ vor. Michele Mouton wird durch den Quattro-Audi gewürdigt. Ein Dunkelraum zeigt einen Elektro-BMW, der durch eine besondere Lackierung, von einer Frau designt, unterschiedlich im Schwarzlicht leuchtet. Dann kommt ein Raum mit einem Lancia, der den Namen Fulvia trägt. Die war eine politisch einflussreiche römische Frau - vor Christus. Dann kommen Bilder von Frauen mit Porsches, die in den siebziger Jahren aufgenommen wurden, also schmale Figuren mit Minirock. Uns hat das Museum beeindruckt. Die Art des Kurators, das Thema der Ausstellung zu erklären und Entwicklung der Rolle der Frau in der Gesellschaft darzustellen, haben allerdings gemischte Gefühle hinterlassen. Im Museum gibt es auch ein Cafe, in dem die Gruppe, ebenfalls beeindruckend, riesige Mengen an Hohentwiel-Tortenstücken konsumierten.

Zu der Motorradausfahrt am Bodensee gehörte auch die Nutzung der Fähre von Konstanz nach Meersburg, die wir genossen haben. Nach über 200 KM erlebnisreicher Strecke mit schönen Ausblicken waren wir nach rund 8 Stunden unbeschadet wieder im Quartier.

Sonntag ist traditionell Heimfahrttag. Nach dem Frühstück hat sich die Gruppe der Selbstfahrenden auf den Weg nach Hause gemacht. Was aus ihnen geworden ist, ist dem Autor nicht bekannt. Jedenfalls hat die anfangs erwähnte kleine Tiefdruckrinne bis zum Nachmittag jede Menge böigen bis stürmischen Wind produziert. Die sechs Teilnehmer der Anhängergruppe sind nach dem Verladen der Motorräder und einem kurzen Besuch beim Motorradtreffen eines Apfelhofes direkt zur Brauereigaststätte Berg gefahren, um bei Alblinsen, Maultaschen und Salaten, das gelungene Wochenende ausklingen zu lassen.

Für Alle, die sich überlegen einmal an der Veteranenausfahrt teilzunehmen, noch die Information: Das Tempo bei der Ausfahrt lag bei freier Fahrt zwischen 80 und max. 100 KM/h. Wir ist immer zusammen geblieben. Die Abstände sind ausreichend. Jeder lässt jedem Platz. Überholt wird innerhalb der Gruppe nicht. Individuellen Bedürfnissen körperlicher oder seelischer Art wird, sofern sie kommunizierbar sind, Rechnung getragen. Das Niveau der Gespräche ist benzinlastig, mit zunehmender Dauer der Veranstaltung aber abnehmend. Nicht selbst- oder zweiradmitfahrende Frauen machen ein eigenes Programm mit einem Auto.

Heinrich Korn

Die Gruppe der Selbstfahrenden hat unter Führung von Norbert nochmals knapp 200km kurvige Sträßchen unter die Räder genommen, um dann um 14.00 Uhr in Renningen bei 24° in der Sonne gemeinsam einen Abschiedskuchen und –kaffee zu sich zu nehmen, bevor sich dann Jeder auf die letzten Meter Heimfahrt gemacht hat. Anfangs (bis Balingen) waren die Straßen noch nass, aber der Himmel ist insgesamt trocken geblieben.

Klaus