AMSC Leonberg e.V.
Allgemeiner Motorradsport-Club e.V.

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Veteranen-Ausfahrt Allgäu 22. -24. September 2017

Oldtimer

Schon seit Frühjahr ist der Termin ganz dick im Kalender: Veteranenausfahrt des AMSC. Da kann man sich darauf verlassen, dass Thomas und Gudrun eine ansprechende Herberge, ein gutes Restaurant, schöne Strecken und ein Damenprogramm organisiert haben. Ziel war schon zum 2ten Mal Westendorf im Schongau.

Die Anfahrt erfolgte am Freitag in vier Gruppen.

Die erste Gruppe waren die Genießer, die sich in den Vormittagsstunden, nämlich dann, wenn die spätsommerliche Sonne die Nachtkühle besiegt hat, an den Start ins rd. 200 km entfernte Allgäu begeben haben. Klaus, Ursel, Dieter, Petra und Thomas sind auf Nebenstraßen den Tag über ins Alpenvorland gefahren.

Das Damenprogramm und die Liebhaber von Schonkost für Fahrer und Fahrzeug, stellen die Gruppe zwei. Gudrun, Thomas, Lore, Edi und Karin sind mit zwei liebevoll im Anhänger geparkten Motorrädern am Mittag mit dem Auto losgezogen.

Gruppe drei, die ebenfalls mittags losgefahren sind, bestand sortenrein aus H-Kennzeichenberechtigten 2-Ventil-Boxern mit Birgit, Jörg und mir (Heinrich). Jörg hat 270 km wirklich sehr schöne Straßen über die schwäbische Alb, den Bussen (heiliger Berg Oberschwabens), die oberschwäbischen Moorbäder mit und ohne Alpenpanorama gefunden. Birgit mit der /5 und Jörg mit der R 100 RS sind ein eingespielte Team, die zügig und präzise Motorrad fahren. Für mich war es die längste Fahrt seit 2 Jahren und meine R 80 ST war 12 Jahren nicht mehr so weit unterwegs. Ich habe deshalb während der Fahrt ununterbrochen in mich und die ST hinein gehört. Was beginnt zuerst zu schmerzen, Hüfte oder Rücken? Ist der Ventiltrieb nicht zu laut? Was sind das für Nebengeräusche? Was passiert zuerst: Die bei Vollgas klemmenden Vergaserklappen, ein reißender Kupplungszug oder das Platzen eines Reifens? Und überhaupt, zieht sich die nächste Kurve zur Spitzkehre zu oder nicht? So richtig frei im Kopf war ich am Anfang nicht. Sollte ich deshalb die Beiden aufgehalten haben, so haben sie es mich nicht spüren lassen.

Gruppe vier, die Individualisten, bestand aus Marianne und Peter, die der Tradition von Harleyfahrer/innen folgend, immer auf der Suche nach neuen Zubehörteilen sind und deshalb noch einen Händler auf dem Weg besuchten.

Schließlich waren alle Teilnehmer um 19.00 Uhr im Gasthof Grüner Baum von Westendorf angekommen. Die alten Motorräder durften in der Garage übernachten. Nach einem schönen Frühstück dann die Überraschung. Die R 100 macht beim Anlassversuch keinen Muckser mehr und das trotz neuer Batterie bester Technologie. Das von Christoph dem Wirt zur Verfügung gestellte Vorkriegsladegerät in der Größe eines Kühlschranks, brachte den Motor zwar zum Laufen, die unmotivierten Zuckungen des elektronischen Drehzahlmessers signalisierten aber deutlich, dass da ein größeres Problem lauert. Das bedeutete für das Motorrad: ab in die Garage und für Jörg, ab ins Damenprogramm. Die hatten sich für Samstag nämlich Wellness in der Badelandschaft von Bad Wörishofen vorgenommen. Soweit wollte es Jörg dann doch nicht kommen lassen, so hat er sich den Tag im Ort vertrieben. Um korrekt zu sein: Petra und Ursel sind auch keine Teilnehmerinnen des Damenprogramms, sondern genießen das Motorradfahren auf dem Soziussitz.

Auf kleinen Straßen führt Thomas die Gruppe vom Allgäu an den Alpenrand ins Tannheimer Tal. Super Wetter, super Berge und super Stimmung. An diesem Tag hatten sich die Landwirte der Region allerdings vorgenommen, die Verdauungsprodukte ihre Tiere auf Straßen und Wiesen zu verteilen. Unsere 9 Motorräder große Gruppe hat aber alle Hindernisse souverän und sicher umfahren. Das Kulturelement war die Besichtigung der kleinen Wieskirche in Seeg, Mittagessen war im Berggasthof Namloser Hof in Namlos im Österreichischen. Am überfüllten Parkplatz hat man schon gemerkt, dass alle verbrennungsmotorisierten Zweiräder Süddeutschlands, Österreichs und der Schweiz den schönen Tag genutzt haben, um in die Berge zu fahren. Auf den nächsten 40 km über Märchenkönig Ludwigs Traumschloss Linderhof nach Oberammergau waren wir nicht die einzigen einspurigen Verkehrsteilnehmer. Nervenstark haben wir Kamikazemotorradfahrer und träumende Autofahrer hinter uns gelassen und nach einer kurzen Espressopause in lüftlbemalter Umgebung wieder auf die Straßen der Exkremente zurück gefunden. Nach 250 km waren wir gegen 18.00 Uhr im Quartier zurück. Gutes Essen und interessante Gespräche haben den Tag rund gemacht.

Die Liebhaber der Schonkost konnten aus Platzgründen keine 6te Person im Auto und aus Gewichtsgründen kein 3tes Motorrad im Hänger mitnehmen. Es bedurfte schwerster logistischer Überlegungen, die Rückfahrt für das defekte Moped und Jörg zu organisieren. Schließlich blieb alles wie auf der Hinfahrt, nur Edies und Jörgs Motorräder haben den Platz im Hänger getauscht. Jörg hat Edies BMW zur Heimfahrt genutzt.

Klaus und Ursel haben die Gruppe über Landstraßen nach Memmingen, Ochsenhausen; Laupheim, Münsingen sicher nach Hause geführt.

Ein rundherum schönes Wochenende. Ich freue mich schon auf die nächste Veteranenausfahrt. Die Gruppe gibt Sicherheit, falls technische Defekte auftreten sollten. Im Verkehr passt jeder auf jeden auf. So macht das Fahren mit einem in die Jahre gekommenen Krad richtig Spaß. Danke an Gudrun und Thomas und alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer für das Gelingen.

Text + Bilder: Klaus Heinrich K.