AMSC Leonberg e.V.
Allgemeiner Motorradsport-Club e.V.

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Elsaß + Jura Tour 2012

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Obwohl so nah, stellten wir im Frühjahr fest, dass wir schon eine Weile nicht mehr im Elsaß und im Jura waren. Also nutzen Norbert und Michel eine freie Woche im Juni, beides miteinander zu verbinden.

Am ersten Tag wurde der Kompass auf Westen eingestellt und man machte sich  auf dem einigermaßen direkten Weg durch den Nordschwarzwald in Richtung Baden-Baden. Ein  kurzer Tank-  und Kaffee-Stop wurde dazu genutzt, dunkle Wolken an einem vorbeiziehen zu lassen. Bei Iffezheim wurde der Rhein überquert und nördlich von Hagenau boegn wir in die Nordvogesen bei Niderbronn-les-Bains ein. Norbert errinerte sich an die Zeiten, in denen wir jedes Jahr dort waren und so ging es über kleine und kleinste Straßen in Richtung Süden nach la Petite Pierre.
 

Da wir zu  zweit unterwegs waren, kamen wir recht zügig voran. Forstwege und normale Straßen wechselten sich ab. Über den Col de Donon, Schirmeck, le Hohwald, Breitenbach zog es uns weiter, so dass wir den kleinen aber sehr feinen Col de Fouchy erreichten. Col de Ribeauville, Col de Freyland folgten. Dann war es nach weit über 400 km und über 7.700 Höhenmeter Zeit sich eine Unterkunft zu suchen, welche wir uns in einer Skihütte oberhalb Geradmer erhofften. Das letzte Stück erfolgte über geschotterte Wege entlang der Skipisten. Die Hütte hatte auf, doch leider war am nächsten Tag Ruhetag, so dass eine Übenachtung nicht möglich war. Also nach la Bresse und dort sein Glück versuchen, was auch erfolgreich sein sollte.
 


 

Nach einem guten Frühstück ging es rüber zum Petite Ballon bei dem wir eine geplante Schleife fuhren um diesen und auch den Col de Platzerwasel mitnehmen konnten. Der Grand Ballon wurde schnell überschritten, um sich dem Col d'Alsace zu widmen. Irgendwie fing es an verschmort zu riechen, wobei wir uns noch keine Gedanken machten. Bei einer Kaffeepause stellte ich fest, dass mein Gepäcksack leicht verrutscht war, so dass der darunterliegende Auspuff anfing, den Inhalt gar zu kochen. Die Tüte mit den Schuhe hatte es erwirscht und diese landeten im nächstbesten Mülleimer. Eine Rettung war nicht mehr möglich. Was nun ? Also das tun, was man normalerweise nur  mit Frauen im Urlaub macht - Shoppen gehen. Eine freundliche Kassiererin in nächsten Supermarkt verstand mein mageres Französisch und zeichnete mir den Weg zum nächsten Schuhladen auf. Also nichts wie hin, rein und schnell wieder raus (come in and find out...mal anders). Leider kamen wir deswegen etwas vom Kurs ab und mussten so über Belfort in Richtung Jura. Doch trotz des Zeitverzugs, zogen wir es vo uns auf den kleinen Straßen fortzubewegen.Bei Delle überquerten wir die Grenze zu Schweiz. In Porrentruy sorgte die schlechte Beschilderung und eine Baustelle für einen kleinen Umweg. Nach der erforderlichen Neuorientierung erreichten  wir zügig zum ersten Mal das schlängelige Tal der Doubs, bevor wir durch dieses nach  St. Hippolyte kamen. Also wieder mit dem mageren Französisch (was aber so nach und nach ein klein wenig besser wurde) eine Unterkunft suchen. Direkt am Hauptplatz wurden wir fündig. Schönes Ambiente, doch Zimmer und Preise standen nicht im Verhältnis.
 

Die Nacht zum 3. Tag brachte dunkle Wolken und nasse Straßen, doch als wir starteten, war der Himmel trocken. Heute standen die Gorges du Doubs auf dem Programm. Über enge und verwinkelte Straßen zog es uns in Ricktung Dobs und dem ersten Grenzübergang, dem mehrere folgen sollten. Also runter ins Tal und wieder auf der anderen Seite hoch. Die Gelegnheit wurde genutzt günstig zu tanken, bevor es wieder hinab gin ins Tal und der nächste Grenzübertritt folgte. Direkt nach dem Übergang gabe es ein Kaffee, welches uns einlud und welches uns trocken hielt, da es anfing zu regnen. Dies veranlasste uns zu einer längeren Pause, doch der Regen zog weiter, was auch für uns galt. Wir schlängelte uns aus dem Tal hinaus um kaum oben angekommen uns wieder nach unten zu wedeln. Nächster Grenzübertritt und schon kurvten wir wieder hoch. Dieses Spiel wiederholte sich noch zweimal, bevor wir bei Villers-le-Lac die Gorges du Doubs verliesen. Wir überquerten noch zweimal den Hauptkam in die Schweiz und wieder zurück nach Frankreich und suchten uns am Lac du St. Point eine Unterkunft. Von der letzten Reise kannten wir noch das "Les 2 Lacs" in dem wir Quartier fanden. Das Essen war wie damals überragend und zwei Flaschen Wein rundeten den kurvigen Tag ab.
 
Der nächste Tag  zog uns zuerst zum Mont d'Or, von dem man bei guter Sicht sogar denMont Blanc sehen kann, und von dort weiter Richtung Süden zum Lac de Joux. Dort drehten wir in nach Nord-Nord-Ost ab. Auf der schweizer Seite der Grenze entlang wollten wir einen Pass hinauf zur Hochebene nach St. Croix. Eine Baustelle kurz vopr dem Ort zwang uns wieder hinab, doch das sorgte dafür, dass wir ein herrliches kleines und teilweise sehr steiles Sträßchen entdeckten, auf dem wir auch nach oben gelangten. An der Kante entlang, mit Blick auf den Lac de Neuchatel erreichten  wir einen Aussichtspunkt, von dem man mehrere drei- und viertausender des Berner Oberlands und des Wallis sehen kann. Über le Locle gelangten wir wieder in die Gorges du Doubs um die eine ausgelassene Abfahrt noch mitzunehmen. Unten angekommen erwartete uns ein kleines Stück vor dem eigentlich Grenzübergang eine Brücke nach Frankreich zu einem idyllisch gelegenen Restaurant, welches uns zu Kaffee und Kuchen einlud. Ein letztes Mal erklommen wir den Hang aus dem Doubs-Tal, um an den Franches Montagnes entlang nördlich von Montfaucon in ene Corniche abbogen. Herrliche letzte Blicke ins Doubs-Tal erwarteten uns dort. Über Delemont und durch das Val Terbi erreichten wir die Scheltenpass, welche die Sprachgrenze markiert. Über Ramiswil, Mümliswil und andere Orte mit dieser Endung "wilten" wir uns voran. Am Belchen, ein herrlicher  kleiner Übergang ins nächste Tal machten wir uns letzte Pause, zumal es wärmer und wärmer wurde. Bei Rheinfelden verliesen wir die Schweiz um im Wiesetal unsere nächste Unterkunft zu beziehen. Keine 10 Minuten angekommen, ergoß sich ein Starkregen mit Gewitter, wie wenn es nur darauf gewartet hätte, bis wir endlich ein Dach gefunden haben. Am Abend ergaben wir uns dem kulinarischen Höhepunkt der Reise, welcher sogar das Essen im Les 2 Lacs unbestritten auf den zweiten Platz verdrängte.
 
Der letzte Tag zeigte sich von seiner schönsten Seite. Blauer Himmel bergüßte uns. Bevor es nach Hause gehen sollte, wurde der Südschwarzwald in mehreren Schleifen durchzogen. Wir schlängelten uns so irgendwie nach St. Georgen. Dort trennten sich unsere Wege. Norbert fuhr zurück in Münstertal, weo er sich mit Ina traf, welche mit großem Wohnmobil auf ihn wartete. Mich selbst zog es dann zügig nach Hause, wobei das sonnige Wetter und die wenig befahrenen Straßen nochmals eine Hochgenuß daraus machten.


Fazit: 5 Tage Kurven, insgesamt ca. 1.750 km, 30.000 Höhenmeter, schöne Landschaften, kein Verkehr ! Mittelgebirge, die genauso viel Höhenmeter und teilweise mehr Fahrspaß bringen als viele Alpenpässe und -regionen. Das ruft nach Wiederholung !

Bilder + Text: Michael