AMSC Leonberg e.V.
Allgemeiner Motorradsport-Club e.V.

 Ortsclub im ADAC

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Ligurien 2015

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September, der AMSC ist wieder auf Tour, dieses Mal ging es nach Ligurien, genauer gesagt nach Isolabona nördlich von San Remo. Sonntags erfolgte die Anreise bei teilweise heftigen Regen, Glück trocknete es die letzten Kilometer mehr und mehr ab. So nach und nach trafen auch die anderen auf dem Campingplatz ein.

Der erste Tag führte uns in das Hinterland über kleinsten Straßen auf den Monte Ceppo, über den Colle de Langan, durch Molina di Triora, Rezzo, Borglomao und viele kleine Orte zurück wieder nach Isolabona. Enge Straßen, Kurven über Kurven und sehr wenig Verkehr machten die Fahrt trotz nur etwas mehr als 200 km zum Traum jedes Motorradfahrers. Lediglich Massen von Blättern, Zweigen und Erde auf den Straßen, welche Folgen eines Unwetters der Tage zuvor war, zwangen uns, die verfügbaren Pferdestärken gefühlvoll einzusetzen. Am Abend genossen wir die italienische Küche und den Wein und freuten und auf die folgenden Tage.
 

Am zweiten Tag fuhren wir auf die französische Seite auf den traditionsreichen Colle de Turini. Auf der Anfahrt ging dem Reifen von Micha deutlich die Luft aus. Doch Glück im Unglück merkte er dies erst, als wir in eine Tankstelle einbogen, welche auch eine Werkstatt beherbergte. 20 min später sorgte ein gutsitzender Pfropfen im Reifen für die erforderliche Dichtigkeit und weiter ging es in Richtung Col de Turini. Am Einstieg überholten wir englische Touristen in ihrem wahrscheinlich geliehenen Ferrari, die ebenfalls auf den Spuren der motorsportlichen Geschichte unterwegs waren. Auf der Passhöhe bogen wir auf die Schleife „Origine Circuit de l'Authion“ ab, welche an den Pointe des Trois Communes und dem Fort de la Forca vorbeiführt. Bei schönem Wetter ist diese 9 km lange Schleife ein Muss wegen der hervorragenden Ausblicke. Nach einem Cafe au Lait rollten wir die nord-westliche Route des Col de Turini hinab um bei Lantosque in das Tal der Vésubie einzusteigen Hier hielten wir uns an der Ostseite und düsten hinauf auf den kleinen Col de Porte,Col St. Roch und drehten dort um Lucéran eine Rauf die Baisse de la Cabanette (letztere ist einfach klasse…) und zweigten bei der zweiten Auffahrt zur Baisse zum Col de l’Orme ab, welcher uns auf den Col de Braus führte. Über Sospel fuhren wir ein Stück im Roya-Tal bevor wir über einen kleinen namenlosen Pass wieder nach Ligurien gelangten. Der Abschluss des Tages feuchtfröhliches köstliches Grillen.
 

Der nächste Tag fing aufgrund des anfangs eher feuchten Wetters und des längeren Vorabends langsam an. Norbert und Michael ließen sich jedoch davon nicht beirren und kundschafteten am Nachmittag aus, ob der Col de Langan von Pigna aus zu befahren wäre. Eine Baustelle aufgrund einiger wetterbedingter Hangabbrüchenmachte diesem ein Ende und auf der Rückfahrt fanden beide, dass der angebrochene Nachmittag damit genutzt werden sollte, die Verlängerung der Grenzkammstraße zu befahren. Der feuchte Untergrund mit entsprechend großen und tiefen Wasserlöchern machte die Befahrung erst richtig interessant. Auf den letzten Kilometern holte sich Norbert einen schleichenden Plattfuß, der ihn jedoch mit zweimaligem Nachfühlen noch bis zum Campingplatz reichen sollte, bevor hier der Reifen die letzte Luft aushauchen sollte. Also Rad ausbauen, Werkstatt suchen, sich im abendlichen Berufsverkehr von Ventimiglia die Zeit vertreiben, einkaufen und das Rad wieder auf der Rückfahrt mitnehmen.
 

Tag 4 verbrachten wir wieder auf der französischen Seite. Erst Sospel, dann über l´Escarène Contes, Chautaeuneuf-Villeveille, Duranus in die Gorge de Vésubie und wieder zurück. Kleine Straßen, viele Kurven und wenig Verkehr sorgten für viel Fahrspaß.
 

Herrlicher blauer Himmel bildete den standesgemäßen Rahmen für unseren letzten Fahrtag, an dem die ligurische Grenzkammstraße auf dem Programm stand. Die Anfahrt erfolgte durch das Roya-Tal, in dem leider diverse neue Tunnel die Straße im unteren etwas begradigen. Direkt vor dem Tende-Tunnel gab es eine Baustelle, die uns die Einfahrt auf die kurvige und geschotterte Südseite des Passes verwehrte. Die einzige Alternative war durch den Tunnel zu fahren und dann über die asphaltierte Nordseite auf den Pass…doch eine Ampel zwang uns wegen des Wechselverkehrs zu einer 20 minütigen Pause bevor wir durch den Tunnel durften. Am Pass oben angekommen, erwarte uns am Forte de Tende eine herrliche Aussicht, bevor in Richtung Kammstraße abbogen.

An der Auffahrt zum Col di Perla machten wir ordnungsgemäß an der Mautstelle halt um unseren Obolus (10 €) zu entrichten. Schilder wiesen zudem darauf hin, dass die maximale Geschwindigkeit 20 km/h nicht übersteigen sollte…..die geschotterte Straße war dafür in gutem Zustand…was man als ambitionierter Endurofahrer aber eigentlich gar nicht haben möchte…
 


 
Gleich darauf folgte der Col de la Boire mit seiner bekannten Schleife mit Ausblick. Der Verkehr hielt sich bis auf einige Kühe in Grenzen, welche dazu auch noch ausgerechnet eine Stelle blockierten, auf der es rechts steil nach oben und links steil bergab ging…zum Glück waren die meisten dieser Artgenossen nicht schreckhaft, so dass man sich langsam durchmogeln konnte. Das Rifugio Barbara zwischen dem Col de Seigneurs und und Col de Vecchie war bewirtschaftet und lud zu einer kulinarischen Pause ein.

Leicht gestärkt fuhren wir bis an die Abzweigung nach Monesi unterhalb des Passo di Tanarello, an der die Mautstraße endete und uns Wallo nach ungefähr der Hälfte der Gesamtstrecke verließ….“mir reicht der Schotter“ entnahmen wir seinem Munde….Moni (als Sozia bei Norbert), seine bessere Hälfte hatte jedoch nichts dagegen, sich auf das nächste, deutlich gröbere, weil nicht präparierte Teilstück einzulassen, vielleicht wusste sie aber auch nicht so genau, auf was sie sich einließ. Vor dem Passo noch auf den eigentlichen Gipfel des Tanarello, um die schöne und für die dortigen Verhältnisse ungewöhnlich klare Aussicht genießen um dann auf das anspruchsvollste Stück zum Colla di Sanson hinabzurollen.
 


 


5 km vor dem Ende der Schotterpassage erwischte es den Autor hinsichtlich eines platten Reifens…wahrscheinlich aus Solidarität zu den bisherigen Pannen…wahrscheinlich als Folge einer etwas zu optimistischen Geschwindigkeit über mehrere kantige Absätze hinweg. Aber eigentlich kein Problem, da unser technischer Direktor Norbert Montierhebel und Flickzeug dabei hatte. Also wurde zuerst das Rad ausgebaut und dann der Reifen abmontiert, undichte Stelle (zwei längliche Durchschläge) lokalisier und entspannt das Kästen mit dem Flickzeug aufgeklappt und den passenden Flicken ausgesucht…allerdings hatte der Kleber sein Haltbarkeitsdatum doch etwas länger überschritten, was in einer sehr zähen Massen resultierte. Doch Norbert wäre nicht Nobert, wenn er die Gelegenheit nicht nutzen würde, um „geschwind“ am Campingplatz einen neuen Ersatzschlauch zu holen. Endlich konnte er vom Ballast befreit, die restlichen geschotterten und asphaltierten Kilometer hinabdüsen und auch wieder zurückfahren. Man konnte das Grinsen  selbst unter dem Helm sehen.

Die Verbliebenen beschäftigte sich teilweise mit Bilder knipsen, da zumindest die Stelle hinsichtlich des Panoramas gut ausgesucht wurde. Der weibliche Teil der Wartenden ergab sich dem Grasflechten von Kopfschmuck….wir benötigten ja noch ein Geschenk für Micha, der an diesem Tag Geburtstag feierte. Nach ca. 1 ¾ Stunden war unser Enduro-Pannenservice wieder entspannt mit dem Ersatzschlauch zurück, welcher sogleich eingebaut wurde. Die Schatten war inzwischen doch recht lang deshalb zog es uns ohne weitere Pause zurück zu unserer Behausung. Der Abschlussabend wurde deshalb etwas verspätet eingeleitet, doch dafür mit einem guten Essen abgeschlossen.
 

 

Fazit: Viele enge Kurven auf Asphalt und nicht befestigten Straßen und Wegen machen eine Reise nach Ligurien immer lohnenswert. Allerdings sollte man besser entsprechendes Flickzeug stets an Bord haben, damit etwaige, durch Undichtigkeiten entstehende Wartezeiten deutlich reduziert werden können.

Bilder + Text: Michael