AMSC Leonberg e.V.
Allgemeiner Motorradsport-Club e.V.

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Jura 2009 - Mädelsausfahrt

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Am Freitag den 19.06. war es soweit. Nach etlichen Jahren wurde früh um 8 Uhr in Schönaich zur „only women“ Tour aufgebrochen. Der Himmel versprach nichts Gutes. Aber wir hofften auf wenig Regen und Wetterbesserung. Noch im trockenen nach Tübingen und dann auf die B27. Nach Hechingen mussten wir anhalten und Moni und Steffi quälten sich in die Regenklamotten und nostalgisch anmutende Regen-handschuhe in schickem Baustellenorange. Somit war klar, wenn Moni verloren gehen würde, wir würden Sie mit den leuchtenden „Batschern“ immer wiederfinden. 

Im Dauerregen weiter nach VS, ein kurzer Hoffnungsschimmer bei Donaueschingen auf besseres Wetter und im kalten Regen über den Feldberg nach Todtnau. Hier gab es eine unvergessliche Tank- und Kaffeepause. Die „nette“ Tankstellenbesitzerin war anscheinend tropfnassen Motorradfahrerinnen nicht sehr zugetan. Unwirsch forderte Sie uns auf, die Helme nicht auf die Tische zu stellen, das wäre unhygienisch. Auf Ihre Backwaren vom Vortag hielt Sie ein Hohelied, da diese günstiger wären und viele Menschen auf diese Billigware angewiesen wären. Mich schnauzte Sie an, ich solle die Füße vom Tisch nehmen – ich hatte meinen Fuß auf das Gestell des Bistrotisches gestellt -, wir wären unverschämt und bla, bla, bla. Aufgrund dieser wirklich schrägen Episode hatten wir wenigstens den ganzen Tag noch was zu lachen, denn das Wetter wurde einfach nicht besser. Wir sind dann über ein kleines Sträßchen nach Badenweiler gefahren und über die Grenze nach Mülhouse. Dann haben wir den Weg Richtung Süden eingeschlagen. Altkirch, Ferette, Schweizer Grenze Richtung Delmont, hoch auf den Col den Rangiers (hier war es endlich mal halbwegs trocken) nach St. Ursanne und ab nach Frankreich. Im Tal am Doubs entlang nach St. Hyppolit ließ es sich superschön fahren.
 

 
 

In St. Hyppolit haben wir dann um 15 Uhr das erste mal eine richtige Pause gemacht. Bei 15 Grad sind wir im Straßencafe unter der Markise gesessen und haben mal durchgeschnauft. Wir sind dann ein Stück weiter Richtung Pontalier gefahren und haben leider in 2 Hotels vergeblich nach einem Zimmer gefragt. Mittlerweile hat es wieder ziemlich geregnet und die Stimmung war auf dem Tiefpunkt. Jede von uns war recht eingeweicht und wir froren zwischendrin immer wieder. In Morteau hatten wir Glück und die Dame an der Rezeption nahm uns gerne auf. Unsere Motorräder durften nach ca. 400 km in die trockene und warme Garage und wir gönnten uns erstmal, abgewrackt wie wir waren, ein Bier. Dann kam das Beste des Tages ......... eine heiße Dusche! Anschließend besuchten wir, alle in die extra bedrucken Mädels-Tour-T-Shirts gekleidet, das empfohlene Restaurant. Ein kleiner Aperitif, ein leckeres 3 Gänge Menü und ne Flasche Wein - Herz was willst Du mehr? Der Tisch für den kommenden Abend wurde von uns umgehend reserviert. In der Hoffnung auf einen trockenen Samstag krochen wir gegen 24 Uhr in´s Bett.

 Yipiiiih!!!! Bis auf ein paar Wolken gab es blauen Himmel und die Sonne schien. Dank der funktionierenden Heizung im Bad waren die Klamotten trocken und die Stiefel wieder tragbar (nur noch leicht feucht). Also wurde dank mir Frührandaliererin ab 8 Uhr gefrühstückt und um 9 saßen wir auf dem Bock. Das Doubs-Tal nach Pontalier gehörte uns allein. Ein Abstecher an den Lac de Saint Point, hier kenne ich eine tolle Käserei. Baguette hatten wir schon besorgt, jetzt noch den Käse und eine luftgetrocknete Salami. Ein paar Orte weiter kauften wir noch Wasser und promt gab es vis a vis ein nettes Cafe. Da mussten wir uns einfach in die Sonne setzen und was trinken. Der Vortag war so sauig, dass wir jetzt jeden Sonnenstrahl doppelt genossen. Über menschenleere kleine Straßen fuhren wir durch wunderschöne Landschaften, vorbei an kleinen Seen nach St. Claude. Bei Lavans lés St. Claude bogen wir Richtung Les Crozets ab. An einer kleinen Kreuzung gab es einen Rastplatz mit Tisch und Bank. Wie gemacht für uns und den Käse. Bis dahin hatten wir kaum Motorradfahrer gesehen und den Rastplatz für eigentlich langweilig eingestuft. Wie sich rausstellte, war dies wohl ein Knotenpunkt für alle Motorradfahrer weit und breit. Ständig brummten kleine und große Gruppen vorbei. Da in der einen Kurve etwas Split lag, war es lustig anzusehen, wie die meisten um die Kurve „geöddelt“ sind. Hier eine Anmerkung der Schreiberin: Also es tut mir wirkich leid, aber es waren ausnehmlich Jungs und (Wasser auf die Mühlen von Peter), die BMW Fahrer waren am schlimmsten, bzw, am lustigsten.

 
  Nachdem der Käse und das Brot verputzt waren schwangen wir uns auf und düsten die verheißungsvolle kleine Straße gegenüber unserem Rastplatz hoch. Nach etlichen Kilometern war uns dann klar, warum an der Kreuzung so der Bär steppte. Die Straße war wohl gesperrt, und so mussten wir leider (wie alle anderen vor uns auch schon) wieder rumdrehen. Aber schöne Straßen fährt man ja gern in beide Richtungen und somit waren es keine verschenkten Kilometer gewesen. Weiter ging es nach Champagnole und da es schon spät war und der Bierdurst sich bemerkbar machte ging es über die D 471 nach  Pontalier und durch das
Doubs Tal zurück. Im Tal, wie sollte es auch anders sein, erwischte uns noch ein kurzer Regenschauer. Aber nach 10 Stunden Regen am Vortag konnte uns dies nur ein leichtes Schmunzeln entlocken. Gegen 18 Uhr liefen wir pünktlich zum Bier in´s Hotel ein. Als wir zu Garage abbogen, ging diese prompt von Geisterhand auf. Drinnen strahlte der Chef breit über das ganze Gesicht. Er hatte uns wohl kommen hören und war sofort an den Garagenöffner gesprungen. Tja, das ist halt Service für die Ladies. Das Abendessen bestand heute aus einem 4-Gänge-Menü und war bis auf das leider totgebratene Rindfleisch superlecker. Total genudelt gönnten sich meine 3 Mitfahrerinnen im Hotel noch einen Schnaps. Anschließend ging es schon um halb 12 artig in´s Bett.
 
 
Petrus hat ein Einsehen. Frühstück um 8 (in den Motorradklamotten, dann kommt man schneller los) und um kurz nach 9 haben wir schon die Schweizer Grenze bei Le Locle überrannt. Der Spritpreis an den zahlreichen schweizer Tankstellen ließ uns strahlend die Tanks füllen. Bei Sonnenschein, aber leider nur 10 Grad ging es mit „flotten“ 80 Sachen über wirklich kleine Sträßchen Richtung Delmonte. Einfach immer der 18 nach und gegen 12 Uhr waren wir in Basel. Hier ist mir leider ein Fahrfehler passiert, der uns ein „nettes Gespräch“ mit der Schweizer „Rennleitung“ (Polizei) eingebracht hat. Versehentlich bin in 2 Motorradfahrern gefolgt (scheiß Herdentrieb), die aber auf der Abbiegespur Richtung Autobahn unterwegs waren. Als ich meinen Fehler bemerkte hatte, war ich schon abgebogen (Steffi und Ute artig hinterher). Beim Abbiegen hab ich quasi den Blocker reingehaun und bin auf der Stelle gewendet und stand, als wäre nicht passiert wieder an der Ampel, als wäre ich von der Autobahn gekommen. LEIDER...........grrrrrrrr stand die Rennleitung auch an dieser Kreuzung. Er gestikulierte wild aus dem Fenster, ich zuckte Schuldbewusst mit den Achseln und musste leider losfahren, da meine Ampel dann grün zeigte. Ein Blick in den Rückspiegel ließ nichts Gutes erahnen. Von hinten kam dann ein nett beleuchtetes Fahrzeug hinter uns hergefahren und bremste und sehr bestimmt aus. Ich glaube, wir machen unter unseren Helmen alle ein ziemlich langes Gesicht, soweit das der Kinnriemen eines Helmes dies zulässt. Er kam also auf uns zu und sprach: Das war Wenden über eine durchgezogene Linie und das kostet 400 Sfr. Das müssten wir sofort in bar bezahlen, sonst würden wir hier keinen Schritt mehr fahren. Ob uns das eigentlich klar wäre. Ich meinte dann, das es auch nicht besser wäre, ohne Vignette auf die Autobahn zu fahren. Daraufhin informierte er mich darüber, das diese Autobahn frei wäre und wir keine Vignette bräuchten. Ich guckte Ihn nur fragend an und sagte, das man auf allen schweizer Autobahnen eine Vignette bräuchte (??Ist der blöd und kennt seine eigenen Gesetze nicht??). Er erklärte dann, das es sich hier um eine kantonale Autobahn handle und diese im Stadtgebiet Basel frei wäre. Dann brummte er noch was von „Unwissenheit schütz vor Strafe nicht“, und machte noch eine Sichtkontrolle der Mopeds. Prompt hatte Ute nen abgefahrenen Schlappen hinten drauf. Sie bekam noch nen Extrasatz von wegen wenn Schweizer, dann wär hier Schluss und keinen Meter weiter mehr. Da wir sehr einsichtig waren (eigentlich wie immer) und demutsvoll und ohne Widerworte seiner Standpredigt gelauscht hatten (man kennt uns ja auch nicht anders, unsere Männer können es bestätigen), hat er uns die 400 Sfr erlassen. Er war sogar noch so freundlich, fragte uns, wo wir überhaupt hin wollten und sagte uns grob, wie wir zu fahren hätten. Ich glaube, für dieses Jahr werde ich die Schweiz meiden, denn soviel Glück hat man wahrscheinlich nicht oft!
 
 
  Da Sonntag war, haben wir den Weg durch Basel dann ganz gut gefunden. Vor der Grenze haben wir dann noch mal günstig getankt und in Rheinfelden ging es ab auf die deutsche Seite. Leider war Bad Säckingen gesperrt und wir mussten mords über die Käffer gondeln, bis wir in Albbruck wieder an den Rhein kamen. Kurz noch an Waldshut Tiengen vorbei Richtung Blumberg. Die Rennstrekce vor Blumberg, der sogenannten Randen ist ein geile Strecke, auf der man es echt laufen lassen kann. Der Randen selbst ist zwar nur für Motorradfahrer auf 60 „gedrosselt“, aber die paar Kurven sind mit 70 auf der Uhr schon fast wie Rennstrecke. Oben am Randen angekommen haben wir noch mal angehalten. Moni hat sich schon mal verabschiedet, sie wollte in Donaueschingen auf die Bahn, das Sitzfleisch tat ihr schon weh. Wir sind zu Dritt dann noch bis VS, hier ist Steffi auf die Autobahn gefahren und Ute und ich haben es, wie auf dem Hinweg, über die B 27 flott laufen lassen. So waren wir alle um halb 5 rum Zuhause.

Claudi