AMSC Leonberg e.V.
Allgemeiner Motorradsport-Club e.V.

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Seealpen 2009

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Angeregt durch einen Artikel im "Reise-Motorrad" und schon seit Jahren geplant, entstand am Veteranen-Stammtisch die Idee einer Motorrad-Tour in die französischen Meeralpen. Am meisten reizte uns die "Bonette", der höchste asphaltierte Alpenpass mit 2802 m. Da in diesem Gebiet die meisten der französischen Zweitausender-Pässe liegen, wählten für unser Ausgangsquartier den Ort Selonnet in der Nähe von Barcelonnette.

 

Nach der eintönigen, aber leider unvermeidbaren Autobahnfahrt nach Basel verließen wir die Autobahn in Weil am Rhein. Mit Hilfe des von Dieter mitgeführten "Navis" kamen wir problemlos durch Weil und Basel. Jetzt machte das Fahren Spaß. Über das Bergland von Basel ging's bei strahlendem Sonnenschein nach Biel, am gleichnamigen See und dem Neuchâteller See entlang nach Süden. Über gut zu fahrende Nebenstraßen gelangten wir von Yverdon am Südende des Neuchâteller Sees hinüber zum Genfer See. Bei Vevey kamen wir auf die nördliche Uferstraße und gerieten in die nachmittägliche Rush-Hour mit Stop and Go bis weit hinter Montreux. Bei unsrer gezwungenermaßen langsamen Fahrt hatten wir ausgiebig Zeit, die Innenstadt, sowie das Wasserschloss Chillon zu betrachten. Von Montreux ging's in flotter Fahrt nach Martigny und hinauf zu un­serem ersten Pass, dem 1526m hohen Col de la Forclaz. Die vielen Radfahrer und Touristen veranlassten uns bis zum Grenzübergang nach Frankreich bei Le Châtelard weiterzufahren und dort eine kleine Pause einzulegen. Die Weiterfahrt über den Col des Montets (1461 m), unserem Zweiten Pass hinüber nach Chamonix und Megève ermöglichten immer wieder grandiose Ausblicke auf das Montblanc-Massiv und deren Gletscher. Hinter Megève waren wir bei Flumet im Hotel Panoramic am Ziel des ersten Tages, müde zwar, aber voller Eindrücke. Was uns absolut negativ auffiel, waren die vie­len Kreisverkehre in der Schweiz, die immer zwischen Orten auf freier Strecke angelegt, ein zügiges Fahren verhinderten. Aber alles Negative des Tages wurde durch das in der Abendsonne in sei­ner ganzen Schönheit leuchtendes schneebedecktes Montblanc-Massiv ausgeglichen.

 

Am nächsten Morgen starteten wir bei schönstem Motorrad-Wetter über Albertville ins Tal der Arc, aus dem es nach wenigen Kilo­metern rechts ab hinauf zum Col du Glandon ging, der mit seinen 1924 Höhenmetern zwar nicht unbedingt zu unseren angestrebten Zweitausendern zählte, aber eben auf dem Weg zum Col de la Croix de Fer liegt, dem mit 2067 m ersten Zweitausender. Der Glandon stellt den Nord-Süd-Übergang vom Arc-Tal ins Tal der Romanehe dar. Nach 2,5 kmzweigte links die Strasse zum Croix de Fer ab. Ihrer etwas von den Hauptrouten abgelegenen Lage verdankten wir eine ruhige Fahrt über die beiden Pässe. Nach den obligatorischen Pass-Photos, vor allem mit dem originellen Eisenkreuz, dem Croix de Fer begann der Abstieg wieder hinunter ins Arc-Tal nach St.Jean de Maurienne, um wenige Kilometer danach in St.Michel de Maurienne wieder aus dem Tal rechts hinaus zu fahren.

 

Unser nächstes Ziel war der mit 2646 m zweithöchste Pass unserer Tour, der Col du Galibier. Auf dem Weg dahin war noch der relativ "niedrige" Col du Télégraphe mit 1566m zu bezwingen, ehe es durch den Wintersportort Valloire zum Einstieg in die eigentliche Nord­rampe des Galibier ging. Er zählt zu den landschaftlich hervorragen­den anfahrbaren Punkte Hochsavoyens. Hier merkte man die Höhenmeter, kaum Bewuchs, aber viel Steine und Felsen. Getrübt wurde die herr­liche Rundumsicht auf die Savoyer Hochalpen durch ein von Fahrrad-Fanatikern völlig mit Aufklebern zugekleistertes Pass-Schild. Hier führt jedes Jahr eine Alpenetappe der "Tour de France" hinüber. Dann ist der Galibier von Tausenden von Rad-Enthusiasten belagert. Früher führte ein Tunnel unterhalb der Passhöhe durch den Berg. Durch eine neue Trasse konnte dieser 363m lange Tunnel geschlossen wer­den. Der Galibier ist Teil und Höhepunkt der "Circuit des Grandes Cols", der 4-Pässe-Rundfahrt Galibier-Lautaret-Glandon und Croix de Fer, wie wir sie gefahren sind. Außerdem bildet der Galibier die Grenze zwischen Savoyen und der Dauphiné.

 

Von der Südrampe sieht man hinunter auf den ca. 600m tiefer liegen­den Col du Lautaret mit 2058m. Über ihn führt eine der wichtigen West-Ost-Verbindungen der Alpen, von Grenoble nach Briançon und weiter nach Italien, die auch im Winter wenn möglich freigehalten wird. Hier war im Anblick der Ostflanke des mächtigen, vergletscher­ten Bergstock der Meije (3983m) eine kleine Pause angesagt. Die Abfahrt hinunter nach Briançon stellte keine große Anforderungen ans Fahrkönnen, lief sie doch fast ohne Kehren gradlinig nach Osten. Briançon, malerisch im Tal der Durance gelegen, wird von den hoch über der Stadt liegenden Festungsanlagen beherrscht.

 

 

Nun begann eine längere, eintönige Talfahrt hinunter nach Embrun und zum Lac de Serre-Ponçon, dem zweitgrößten Alpensee Frankreichs. Auf der 36 km langen, reizvollen Fahrt in Halbhöhenlage hat man immer wieder herrliche Ausblicke auf den See. Man kommt dicht an den "Demoiselles coiffées", den hutbedeckten Jungfrauen von Sauze vorbei. Es handelt sich hierbei um in Jahrhunderten durch Erosion geformte, schlotähnliche Gebilde aus Stein. Dort wurde eine letzte Pause gemacht, ehe es die letzten Kilometer unter die Räder zu neh­men galt. fier einen winzigen Pass, dem 1333 m hohen Col St.Jean erreichten wir das Ziel des 2.Tages, unser Hotel de la Forge in Salonnet mit überdachtem Freibad. Der Name ließ darauf schließen, dass es früher eine Schmiede und vermutlich Post-und Pferdewechsel-Station war.

 

Der 3.Tag sollte der Höhepunkt unserer Fahrt werden. Es stand die "Bonette" auf dem Programm, der mit 2802 m höchste Straßenpass der Alpen. Schon von Napoleon III. geplant, wurde dieser Pass in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts ausgebaut und ist Teil der "Route Imperiale.

 

In Jausier bei Barcelonnette beginnt die Pass-Strasse. Führt sie im unteren Teil mit zahllosen Kehren noch durch liebliche Almmatten, wechselt die Szenerie bald in Fels und Geröllhalden. 2 km unterhalb der Bonette passiert man den Col de Restefond (2678 m), ohne dass man es mitkriegt, keinerlei Pass-Schild oder andere Hinweise. Am

Col de la Bonette (2710 m) zweigt eine lange Schleife um den Bergkegel der Cime de la Bonette herum ab, die mit 2806m ihren höchsten Punkt erreicht.

Die Aussicht ist großartig, der Rundblick erstreckt sich über die Meeralpen im Süden zum Pelvoux-Massiv mit der Meije im Norden und auf die Berge Hochsavoyens. Den Aufstieg auf die Cime schenkten wir uns, mit Motorradklamotten nicht gerade empfehlenswert, dafür genossen wir die Rundumsicht in allen Richtungen und photographier­ten ausgiebig. Angeblich soll ja hier oben die Luft deutlich dün­ner sein, die Motorleistung bis zu 30% abfallen. Wir merkten davon nichts, unsere "Mopeds" sprangen auch brav immer sofort an.
 

Der Abstieg nach Süden führte über den Col des Granges Communes (2505 m) und dem Fort Camp des Fourches mit starkem Gefälle und zahllosen Kehren hinunter nach St.Etienne-de-Tinée. Dort gönnten wir uns und unseren Maschinen eine ausgiebige Pause in einem Stra­ßencafè Für die 50 km lange Passroute von Jausier bis hier hatten wir ca. 3 Stunden gebraucht.
 

Unser nächstes Ziel war wenige Kilometer flußabwärts Isola, ein kleiner Ort im Tal der Tinée, der erst durch die Erschließung des Skigebiets Isola 2000 bekannt wurde. Dort war auch schon das Etap­penziel der Tour de France. In Isola zweigt die Pass-Straße zum Colle della Lombarda (2351m) ab, die nach Italien, nach Vinadio im Valle Stura führt. Obwohl Grenzübergang, war von einer Grenz­kontrolle nichts zu sehen. Dafür war es da oben wolkig und so kühl, dass wir bald weiterfuhren. Der Abstieg war kehrenreich, eine enge Straße durch Föhrenwälder und wenig Sicht empfahlen eine vorsich­tige Fahrweise. Auf der anderen Talseite konnte man die Wallfahrts­Stätte "Santuario di S.Anna" erkennen. Nach 44 km ereichten wir Vinadio und bogen links ab auf die gut ausgebaute Pass-Strasse zum Colle della Maddalena (1996 m),auch Col de Larche genannt. Er bil­det die Grenze zwischen Italien und Frankreich. Der Pass verbindet Briançon mit Cuneo. Nach 32 km erreichten wir wieder das Ubaye-Tal bei La Condamine-Chatelard,und unser Quartier in Selonnet.

 

Der 4.Tag erklärte Hermann, der Senior der Gruppe für sich zum Ruhetag. Unsere beiden Jungspunde wollten diesen Tag jedoch zu einem Abstecher nach Süden in die Schluchten bei Digne und Sisteron nutzen, hier ihr Bericht:

"An diesem Tag holten nur Eddi und Dieter das Motorrad aus der Garage. Hermann wollte ausspannen und, wie wir später mitbekamen, die nähere Umgebung des Hotels samt Pool und Bachlauf mal genau erkunden. Start war also am Hotel in Selonnet und auf der D 900 ging's durch Seyne zum Col de Maure, der mit seiner Passhöhe von 1346 m im Schatten der Eindrücke vom Vortag fast übersehen wurde. Wir folgten dem Wegweiser nach rechts Richtung Verdaches und bereits nach wenigen Kilometern verengte sich das Tal mehr und mehr. Neben der immer schmäler werdenden Straße waren die "Aufdomungen von Verdaches" zu bewundern, wo sich mehrere Sedimentschichten der Ge­steine zu senkrechten Wänden aufgetürmt haben. Der Platz für die Straße ist dort neben dem Flüsschen aus den Felswänden herausgesprengt worden. Nahtlos schließt sich der Verdaches-Schlucht die Clue de Barles an, bekannt durch die vielen Ammoniten-und Fossilien­felder. Auf den letzten Kilometern bis Digne les Bains wurde das Tal wieder breiter und auch der Magen meinte da wäre wieder freier Platz für ein Baguette zur Mittagszeit.

 

Nach Digne les Bains ist das Landschaftsbild bereits typisch medi­terran. Wir fuhren vorbei an Chateau-Arnoux und kamen nach Sisteron, wo wir die Hauptstraße verließen, um uns auf kleinen, oft einspurigen Wegen Richtung Nord-Ost zu begeben. Nibles, Clamensane, Bayons, Col des Sagnes, Turriers waren auf Schildern zu lesen. Kaum zu glauben, daß diese schmalen Wege ein Teil der Rally Monte Carlo sein sollen. Ohne die Hilfe von Frau "Navi" hätte es hier echt schwierig werden können; Schilder waren fast nirgends vorhanden, denn wer hier rum­fährt, kennt sich halt aus, weil er ja hier wohnt....

 

Über den Col des Garcinets ging es dann durch eine waldreiche Gegend zurück nach Selonnet zum Hotel de la Forge." - Soweit der Bericht von Dieter! Aufgeschreckt durch Wettervorhersagen mit Sturmwarnungen änderten wir am 5. Tag die Planung. Ursprünglich wollten wir nur eine Schleife über die drei Pässe Allos-Col des Champs und Cayolle fahren. So wur­de dieser Tag zum ersten Teil unserer Heimfahrt.

 

 

Über Barcelonnette ging es nach Süden in die wildromantische Bachelard-Schlucht. Die Pass-Strasse zum Col d'Allos steigt auf einer Hangstrecke hoch über die Schlucht, auf die man eindrucksvolle Tief­blicke genießen kann. Auf der Passhöhe (2240 m) hat man eine herrliche Aussicht bei wenig Verkehr. Ärgerlich sind immer nur Einheimische, die glauben, es den Motorradfahrern zeigen zu müssen!

 

Nach Süden ging es durch ausgedehnte Almmatten hinunter ins Skigebiet von Allos und Colmars, wo wir im Ort nach links auf die Rampe des Col des Champs abbogen. Die Abzweigung war so schlecht zu erkennen, dass zwei von uns vorbeischossen. Der untere Teil verlief kehrenreich im Wald. Vorsicht war wegen einbetonierten Querrinnen und enger Fahrbahn ange­sagt. Sie verhinderten ein schnelles Fahren, wollte man ein Durchschla­gen der Federung vermeiden. Erst auf der Passhöhe (2191 m) wurde die Strasse besser. Außer einem einsamen Radfahrer, der photographiert werden wollte, war außer uns niemand da oben. Die Passregion ist vege­tationsarm, dafür die Aussicht auch auf teilweise eigenartige Fels­formationen, auch Schieferschichten grandios. Der Col des Champs stellt eine West-Ost -Verbindung zwischen den Hochtälern des Verdorr und des Var dar, eine wenig befahrene Strecke.

 

Ins Var-Tal ging es auf gut ausgebauter Ostrampe hinunter nach St.Martin d'Entraunes, wo wir auf die berühmte "Route des Grandes Alpes" trafen. Früher war der nun folgende Col de la Cayolle ein häufig befahrener Pass, seit dem Ausbau der Bonette hat er an Bedeu­tung verloren. Heute ist er nur noch für Liebhaber wildromantischer Schluchten interessant und Leuten wie uns. Mit seinen 2327 Höhen­metern gehört der Cayolle zur oberen Kategorie der "Zweitausender".

Nach kurzer Pause zum Photographieren war unser nächstes Ziel wieder Barcelonnette, zuvor jedoch eine erneute Fahrt (ca. 5km) durch die Bachelard-Schlucht, allerdings auf der anderen Talseite in nördlicher Richtung. Nach einer längeren Pause in Chatelard ging es aus dem Tal der Ubaye nach Norden hinauf zum Col de Var (2111 m). Dass dieser Alpenübergang seit Jahrhunderten umkämpft war, konnte man an Festungsanlagen am Hang und im Tal, sowie verfallenen Kasernen­gebäuden erkennen. Bei St. Paul verließen wir das Tal der Ubaye und fuhren über die hervorragend ausgebaute Südrampe über 6 Kehren hinauf zum Pass.

Dieser bildet die Grenze zwischen den Provinzen Dauphiné und Haute Provence. Nach einer Photopause am Pass-Kiosk ging es über die 18 Kehren der Nordrampe durch Wiesenlandschaften, Lärchenwälder und mit Betonburgen und Wohnwaben verschandelten Vars-Talorte hinunter nach Guillestre. 3 km unterhalb der Passhöhe steht das Refuge Napoléon, eine von sechs Zufluchtshütten in den französischen Alpen, die Napoléon erbauen ließ.

 

In Guillestre, ebenfalls beherrscht von einer finsteren Zitadelle, bis 1980 noch vom Militär benutzt, bogen wir am Ortseingang rechts ab und nahmen unseren 12. und letzten Zweitausender, den Col d'Izoard, 2360 m hoch, unter die Räder. Wir befanden uns dabei die ganze Zeit auf der Route des Grandes Alpes.

Durch ausgedehnte Kiefernwälder ging es am Flüßchen Riviére entlang hinauf zum Pass. Kurz unterhalb des Passes fährt man durch eine bizarre Steinwüsten-Kulisse, die "Casse Déserte". Das sind Verwitte­rungserscheinungen. Aus riesigen Geröllteppichen ragen vereinzelte Felspyramiden, Felsnadeln und -klötze auf. Nach einigen Kehren gelangt man dann auf die Passhöhe, wo ein Obelisk steht, der an den Einsatz französischer Alpenjäger beim Straßenbau erinnern soll. Außerdem be­finden sich hier oben 2 Gedenktafeln für die Radsportidole Fausto Coppi und Louison Bobet. Nach einer kleinen Pause, natürlich auch zum Photo­graphieren, ging's hinunter nach Briançon, der dritthöchsten Stadt Europas. Abgesehen von der photogenen,  hoch über Stadt liegenden Zitadelle, war nicht viel los, nur dass wir bei ca. 25°C wieder einmal zur Rush-Hour in eine Stadt kamen. Auf der Suche nach einem Quartier drehten wir zwei Runden, um dann unverrichteter Dinge nach Montgenèvre weiterzufahren. In Briançon soll Hannibal mit seinen Elefanten durch­gezogen sein ? Montgenèvre liegt auf dem gleichnamigen Pass in 1850 m Höhe. Ein typischer Wintersportort - jetzt tote Hose. Nur mit Mühe fanden wir eine Pizzeria, um überhaupt etwas zum Essen zu bekommen.

 

Am nächsten Morgen kamen wir wieder einmal nach Italien ins Tal der Dora-Riparia hinüber, wo wir bei Oulx nach links, nach Bardonécchia abbogen. Dort befindet sich der Südausgang des durch einen fürchter­lichen Großbrand berüchtigten 12900 m langen Tunnels von Frejus. Am Tunnelausgang befanden wir uns wieder in Frankreich, wo wir die Wahl zwischen Iseran oder dem uns noch unbekannten Col de la Madeleine (1933 m) hatten.

 

Hinter St.Jean de Maurienne im Arctal bogen wir rechts ab auf die Westrampe des Col de la Madeleine. Dieser landschaftlich schöne Über­gang ins Isère-Tal war 1969 erstmals Teil der Tour de France. Oben machten wir Mittagspause. Ulkig war nur, dass vermutlich Spaßvögel das  Pass-Schild auf 2000 Höhenmeter abgeändert hatten. Über 21 Serpen­tinen ging's hinab ins Isère-Tal, um bei Albertville wieder auf unsere Anfahrtsstrecke zu treffen. Anders ging's leider nicht, war das doch der kürzeste Weg nach Hause. Über Chamonix und den Col des Montets fuhren wir zum Col de la Forclaz. Diesmal gab's eine kleine Pause, bevor wir über Martigny nach Aigle kamen, von wo wir über den Col de Moses (1445m)unser letztes Quartier in Chateau d'Oex ansteuerten.

 

Und dann kam doch noch der lange befürchtete Regen. Abends fielen die die ersten Tropfen. Der Regen hielt bis zur Autobahn bei Bulle an. Bei wechseldem Wetter fuhren wir an Bern vorbei nach Basel. In Weil am Rhein legten wir eine längere Pause ein, die zum Mittagessen in einem Kaufhaus-Café benützt wurde. Auf der Autobahn bei Teningen gerieten wir mehrere Kilometer weit in einen fürchterlichen Wolken­bruch, aber bald schien die Sonne wieder und so kamen wir doch noch bei strahlendem Sonnenschein zu Hause an.

 

Jede Tour geht einmal zu Ende. Zahlreiche schöne und weniger schöne Erlebnisse werden uns Dreien noch sehr lange in Erinnerung bleiben. 21  bzw. 23 Pässe, davon 12 Zweitausender wurden in dieser Woche bewältigt. Höhepunkt war zweifellos die Fahrt auf die "Bonette". Begünstigt wurde die Sache natürlich durch das sagenhafte Postkarten­wetter, das die ganze Woche über anhielt.

 

Hermann