AMSC Leonberg e.V.
Allgemeiner Motorradsport-Club e.V.

 Ortsclub im ADAC

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Serpentinentraining 2007

Reiseberichte

Am Montag hatten wir uns im Morgengrauen getroffen und sind gemeinsam nach Sulzau (Neckartal bei Horb) zum Bike-Instruktor Max Würschum gefahren. Dort kamen noch 2 weitere Teilnehmer aus dem Bodenseekreis dazu und bei einem schnellen Kaffee wurden ein paar Details (wohin, wo lang, wer mit wem....) besprochen.
Wir wurden in 2 Gruppen aufgeteilt und die Instruktoren Max und Micha düsten mit uns los Richtung Süden. Am Bodensee entlang und noch schnell durch Bregenz gequält erklommen wir bald die ersten Österreichischen Hügel. Zum Mittagessen trafen wir uns in Lech. Dank Reiner V. haben wir nach dem Essen nur einen kurzen Zwischenspurt eingelegt. Es wurde mal wieder an der Kuh geschraubt und wir konnten noch mal durchschnaufen. Flott ging es dann weiter durch das Inntal, um einen kurzen kurvigen Haken über die Schweiz zu schlagen und den Reschenpass nach Italien herunterzurollen.

Das Stilfserjoch mit seinen 48 Kehren und 2757 m Höhe war für manche eine Herausforderung, aber dafür waren wir ja unterwegs, um besser und schneller durch die Kehre bzw. Serpentine zu kommen. Entspannter ging es dann noch über den Passo di Gávia und den Passo del Tonale. Durch das Val di Sole Tal und dann endlich war der Mendelpass ausgeschildert. Gegen 20 Uhr trafen die letzten am Hotel Waldheim unterhalb des Mendelpasses ein und stürzten das nach 560 Kilometern verdiente Bier hinunter. Wie ermattete Krieger trotteten wir zum Abendessen und freuten uns anschließend auf Dusche und Bett.

Am Dienstag nach dem Frühstück um 8 Uhr ging es im italienischen Fahrstil durch Bozen und das Eggental. Einen kleinen Seitenpass hinauf. Dort hielten wir in einer überschaubaren, sauberen Kehre und es gab eine theoretische Einweisung und die richtige Kehrenfahrtechnik. Max erklärte die korrekte Fahrlinie anhand von Kurveneingangsgeschwindigkeit und Bremspunkt, Einlenkpunkt, Scheitelpunkt und vor allem der richtiger Blickführung.
Anschließend wurde dies in die Praxis umgesetzt. Jeder fuhr mit mehr oder weniger Geschwindigkeit und Schräglage die Kehre und wurde dabei gefilmt.

Für die Manöverkritik mussten wir uns bis nach dem Abendessen gedulden. Nach dieser Trainingsübung ging es in flotter Fahrweise über den Karerpass. Die eine Gruppe gönnte sich die Sellarunde (fast ohne Verkehr) und für die anderen nahmen die Pässe Lavazze, Manghen, Brocon und Rolle unter die Räder In den Gruppen wurde hinter dem Instruktor immer mal der Platz gewechselt, so das jeder die Möglichkeit hatte, sich von Max oder Micha die Ideallinie abzuschauen. Die Geschwindigkeit wurde entsprechend angezogen und die Teilnehmer waren ganz schön gefordert. Nachmittags durften alle Teilnehmer vor Max herfahren und Ihr bisheriges Fahrkönnen zeigen. Max fuhr mit eingebauter Videokamera hinterher und filmte die doch teilweise sehr interessanten Fahrkünste. Nach dem Abendessen im Hotel gab es dann den "ersehnten" Videoabend. Dafür, das alle Ihren Videomitschnitt im Vorfeld mies gemacht hatten (alte Tiefstapler!) sah es doch meist nicht ganz so elendig aus. Es gab niemand, der nicht irgendeinen Punkt zu verbessern hatte. Max und Micha kommentierten, spulten zurück, spielten uns unsere Fehler noch mal vor. Aber wir sollten alle am nächsten Tag noch unsere Chance bekommen unseren Fahrstil zu verbessern und dies dann videotechnisch zu beweisen.

Am Mittwoch ging es über den Lago di Molveno zum Gardasee. Wir quälten uns an der Ostseite entlang bis zur Fähre, setzten über ans Westufer und ließen den Touri-rummel Richtung Lago de Idro bald hinter uns. Die Straße dort hinauf war vom feinsten und der Fahrspaß entsprechend groß. Micha zeigte seiner Truppe, das es im soften Hang-off besser um die Kurven geht, was von 2 Teilnehmern mit großer Begeisterung aufgenommen wurde. Während des Mittagessens am Lago kam ein Gewitter auf und das wir nicht ewig warten wollten ging es in der Regenpelle im Schiff weiter. Aber nach einer halben Stunde kam die Sonne heraus, die Straße wurde trocken und es konnte wieder am Gas gezogen werden.

Am späten Nachmittag trafen die Gruppen wieder aufeinander und Max filmte auf dem Rückweg noch die restliche Truppe. Nach dem Abendessen saßen alle gespannt vor der Flimmerkiste und es kamen so einige Überraschungen zu Tage. Matthi fuhr laut Max um sein Leben, heißt, das er so am Gas hing, das Max fast nicht hinterherkam (sehr zur Freude aller anderen Teilnehmer). Aber stets auf einer guten Linie. Thomas hatte entweder das Bremslicht abgeklemmt, oder er bremste wirklich nicht mehr vor den Kurven. Rainer E. fuhr nach den Kehren keine "Sauschwänzle" mehr. Reiner V. wie gehabt am Anschlag, aber meist sicher. Peter hatte ne saubere Linie und ne gute Geschwindigkeit, aber die Füße immer noch in Froschstellung. Andreas hatte mit seiner Hayabusa einen flüssigen und sicheren Fahrstil bekommen und war für Max die Überraschung des Tages. Ich hatte laut Max eine saubere Linie und hing zum Staunen aller im akkuraten Hang-off in der Kehre.

Donnerstag morgen traten wir dann die Heimreise an. Noch einmal durch Bozen in´s Sarntal und dann Penser Joch hoch. Es war einfach toll, da fast nichts los war und wir dank dem Training der letzten Tage noch mehr Fahrspaß hatten als vorher. Der Spaß wurde auf der alten Brennerstraße dann leider durch den Verkehr und den scharfen Österreichischen Bütteln eingebremst.

Der Kühtaisattel war für einige dann noch Neuland. Dort gab es das letzten gemeinsamen Mittagessen im Sonnenschein. Dann zockelten wir nach Imst und über´s Hahntennjoch (Thomas wo warst Du?) und Gaichtpaß Richtung Grenze. Auf Österreichs Seite noch schnell vollgetankt und ab durchs Allgäu und über die Schwäbische Alb. In Gammertingen verabschiedeten sich Max und Micha von uns und wir fuhren alle zufrieden aber geschafft nach Hause.

Rückblickend muß ich sagen, dass das Training für jeden etwas gebracht hat, der etwas lernen wollte. Das Preis Leistungsverhältnis hat meiner Meinung nach gepasst (4 Tage Training für 399 € incl. Hotel mit HP). Max ist ein sehr erfahrener Instruktor, der die flotte Truppe gefordert hat. Er hat selbst unseren "alten Hasen" noch was für´s bessere Handling gezeigt. Micha ist zwar jung, aber ein sehr guter Motorradfahrer mit Rennerfahrung und einem guten Blick für den Straßenverlauf .....und nen guter Instruktor für nen Hangoff.....*grins*.


Text + Bilder Claudi