AMSC Leonberg e.V.
Allgemeiner Motorradsport-Club e.V.

 Ortsclub im ADAC

Start 

Südtirol 2006 - Rodeneck

Reiseberichte

 

Endlich war es mal wieder soweit. Der AMSC fährt vereint und gesammelt in die Alpen. Jürgen hatte uns schon vor längerer Zeit dazu eingeladen in sein momentanes Domizil zu kommen. Schließlich nahmen Norbert und Ina die Einladung ernst und organisierten eine viertägige Ausfahrt Mitte September nach Südtirol. Allerdings konnte von einer gesammelten Anfahrt keine Rede sein. Eher glich diese einer Sternfahrt, da aus verschiedenen Startpunkten, auf unterschiedlichen Strecken und zu verschiedenen Startzeiten das Ziel Rodeneck bei Brixen angestrebt wurde. Norbert kam aus München, Peter aus der Schweiz, die anderen aus dem Raum Stuttgart. Die einen fuhren direkt, die anderen über die Autobahn und manche übten Tiefflug über die eidgenössischen Pässe.

Steffi und der Autor wählten die Überland-und-nicht-ganz-so-extrem-früh-Variante. Nach und nach wurden die Teilnehmer geplant und ungeplant aufgesammelt. Norbert traf man planmäßig vor dem Hahntennjoch, Micha ungemein zielsicherer direkt danach. Claudi, Susanne, Reiner und Matti wurden am Timmelsjoch eingesammelt. Nach einer gemeinsamen Pause am Jaufenpaß wurde die letzte Etappe angegangen. Am Ziel erwarteten uns schon Petra, Thomas und Peter.

Am Freitag sollte es erst richtig losgehen. Unser Leiter der AMSC-Außenstelle Südtirol wollte uns sein Revier zeigen. Doch der wolkenverhangene Himmel verhieß nichts Gutes. Aber es gibt kein schlechtes Wetter....hieß es und so ging es los. Erst fuhren wir aufwärts gegen und dann abwärts mit der Strömung nach Brixen. Hier wurde entschieden, dass es doch schlechtes Wetter gibt, zudem unser einheimischer Tourguide und Wetterfrosch prognostizierte, dass es am Nachmittag mit dem Regen aufhören sollte. Also ging es zurück, Klamotten ausziehen, zum Trocknen aufhängen und erst mal einen Kaffee trinken. Tatsächlich hörte es, wie unser Wetterfrosch es voraussagt hatte, am Nachtmittag mit dem Regnen auf. Guide und Wetterfrosch Jürgen rief und alle kamen. Nicht alle, einige trauten den Prognosen nicht so ganz und wollten lieber den Wellness-Bereich testen. Wer braucht denn so etwas dachten sich die anderen ??? Motorradfahren ist doch Wellness genug. Die Unentwegten holten ihre Klamotten aus dem Heizungskeller...na ja, ganz trocken waren diese noch nicht, aber die kann man ja trocken fahren....

Pünktlich zum Start begann es zu tröpfeln...egal, wie war das mit dem Wetter..

Kurz vor dem Würzjoch war es vorbei mit dem Klamotten trocken fahren. Trotz tröpfelnder Nase (Endurohelm) gab ich die Hoffnung nicht auf, dass es im Tal dahinter besseres Wetter geben sollte. Na ja, nicht alle Hoffungen werden erfüllt und so surften wir bergab und so entschied unser Tourguide doch so langsam in Richtung Heimat zu paddeln. Im Hotel angekommen wurde zum zweiten Mal am selben Tag die nassen Klamotten im Heizungskeller aufgehängt.

Kurzerhand wurde beschlossen, dass, da man sowieso schon nass war, ein Besuch im Whirlpool und in der Sauna nicht schaden könnte. Hier wurde die bereits teilweise "gewellnessten" weiblichen Teilnehmer der Ausfahrt angetroffen. Es ist vielleicht anzudenken, bei zukünftigen AMSC-Ausfahrten auch die Bedürfnisse der zunehmend antikeren Teilnehmer/innen zu berücksichtigen sind. Zudem könnten auch die etwas sportlicher eingestellten Teilnehmer ihre durch die teilweise übermäßige Leistung ihrer Maschinen stark beanspruchten Glieder wieder beleben und für den darauf folgenden Tag sportphysiologisch optimal vorbereiten. Deshalb scheint es, dass ein Wellness- oder besser noch Reha-Bereich unbedingt erforderlich ist.

Der Samstag sah es da schon viel besser aus - bewölkt aber trocken. Über kleine Straßen rollten wir in Richtung Seiseralm, über Niger- und Karerpaß nach Bozen hinunter und wieder hinauf zum Mendelpaß. Hier fiel die Gruppe aufgrund unterschiedlicher Vorstellungen hinsichtlich der touristischen Fahrweise kurzfristig auseinander. Doch oben angekommen, wurden alle, Power-Cruiser wie Endurowanderer, österreichisches Lastenmuli und Langholztransporter rechtzeitig zur wohlverdienten Mittagspause eingesammelt. Nach Pasta und Gelati wurde der Gampenpass inklusive Sprachgrenze überquert. Am Jaufen gab das bis dahin sinnvolle und das flüssige Tempo haltende Safety-Bike die Strecke frei und winkte die an seinem Kennzeichen Kratzenden vorbei. Ab jetzt galt nur noch das Gesetz des Stärkeren bzw. Schnelleren... Hindernisse in Form von Autos, Wohnmobilen und Bussen wurden gekonnt umkurvt und hinter sich gelassen. Manche Teilnehmer unterstützten die Überwindung von Blockaden in Form von Bussen mit lautstarken Argumenten. Ob der so angesprochene Bus durch die verbal entstandene Druckwelle entscheidend etwas zur Seite verschoben wurde konnte in der Kürze der Zeit nicht festgestellt werden. Oben angekommen genossen wir in der ersten Reihe thronend bei einem Almdudler das herrliche "Banorahma".

Nach 328 km und über 8.600 Höhenmetern erreichten wir zufrieden unseren Ausgangspunkt. Wie immer wurde dann in kleinen und größeren Selbsthilfegruppen mit der psychologisch überaus wertvollen Verarbeitung der Ausfahrt inklusive Bewertung und ausführlicher Einzelkritik der erbrachten Fahrleistungen begonnen. Mit einbezogen wurde natürlich auch das fahrbare Material. Das Bewertungskomitee war sich abschließend jedoch nicht ganz einig, ob eine (weitere) Leistungssteigerung einem zügigerem Fortkommen förderlich oder überhaupt erforderlich sei.


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Einen herrlichen Ausklang des Tages gelang am Abend mit gutem Essen bei Andrea und Jürgen. Dies unterstützt die Wiederholungsgefahr in Bezug auf eine weitere Ausfahrt nach Südtirol erheblich. Peter, wohl angeregt durch seinen Zimmergenossen stellte doch früher als geplant den offiziellen BMW-Klapphelm-Gruß vor. Der Bewegungsablauf entspricht den ergonomisch und genetisch bedingt gegebenen Bewegungsabläufen der meisten BMW-Fahrer.

Hinsichtlich der Rückfahrt ergibt sich aufgrund der unterschiedlichen Streckenführungen und –ziele kein einheitliches Bild. Lediglich ein Highlight konnte vermerkt werden.

Aufgrund der hohen Anzahl an bayrischen Motorrädern waren schon zu Beginn der Ausfahrt bei manchem Weggenossen große Bedenken aufgetaucht, ob alle diese mit altertümlicher Technik ausgerüsteten Vehikel die weite Strecke ohne Pannen überhaupt überstehen würden. Kurz nach dem Timmelsjoch destabilisierte sich ein Hinterradlager eines Power-Cruiser’s aus dem Lande der aufgehenden Sonne dramatisch. Bezüglich der Ursache (zuviel Power ?) ist sich die unabhängige Bewertungskommission bisher noch ausgesprochen uneinig.

Bedanken wollen wir uns nochmals bei Andrea und Jürgen, die mit herrlichen Strecken und guter Küche die Tour trotz schlechtem Wetter fahrenswert machten..

In diesem Sinne !!!

Text + Bilder: Michel